Wiener Hofburg und Spanische Hofreitschule
Die Wiener Hofburg war jahrhundertelang der Sitz der Habsburger von Österreich bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Ein großer Teil der europäischen Geschichte wurde hier geschrieben, insbesondere von der Erzherzogin Maria Theresia. Heute ist die Hofburg der Amts- und Wohnsitz des Österreichischen Staatsoberhauptes, dem Bundespräsidenten. Die Anlage ist besonders interessant, da die Hauptgebäude mehr als 700 Jahre Architekturgeschichte widerspiegeln; fast jeder österreichische Herrscher seit 1275 hat Ergänzungen oder Änderungen angefordert. Als Ergebnis zeigen sich in der Hofburg viele verschiedene Baustile von der Gotik zur Renaissance, vom Barock zum Rokoko und auch ein wenig vom Klassizismus. Zusammen mit den vielen Plätzen und Gärten, umfasst die Hofburg eine Fläche von rund 59 Hektar und ist in vielerlei Hinsicht eine “Stadt in der Stadt”, bestehend aus 18 Gebäuden, 19 Höfen und 2.600 Zimmern.
Von den Zimmern, die in der Hofburg für die Öffentlichkeit zugänglich sind, befinden sich einige der interessantesten in den Franz-Josef Wohnungen, von denen die meisten unverändert geblieben sind. Der Kaiserin Elisabeth (Sissi) wurde das Sissi Museum gewidmet, das einen faszinierenden Einblick in die Aristokratie des 19. Jahrhunderts bietet. Mehr als 7.000 Einzelteile, wie das zeremonielle und Alltagsgeschirr aus dem kaiserlichen Hof, sind in der Silberkammer zu finden. Heute ist dieser riesige Komplex auch das Zuhause der Österreichischen Nationalbibliothek, der Schatzkammer und beherbergt eine Sammlung von Musikinstrumenten sowie Waffen. Außerdem finden Sie das Museum für Völkerkunde und die berühmte Spanische Hofreitschule in der Hofburg.
Die Spanische Hofreitschule ist die älteste und letzte Reitschule der Welt, wo klassisches Reiten noch in seiner reinsten Form praktiziert wird. Das Institut wurde 1572 gegründet. Der Name stammt von den Pferden, die aus spanischer Herkunft stammen. Die Lipizzaner gelten als die ältesten klassischen Rennpferde in Europa. Die Pferde wurden in Lipizza in Slowenien gezüchtet. Heute gibt es das Lipizzanergestüt Piber, das aus der Nähe von Graz kommt. Junge Lipizzaner sind schwarz und werden erst beim Erreichen der Geschlechtsreife weiß. Sie müssen aufwendig geschult werden, bevor sie in der Lage sind ihr springendes Renaissance-Ballett zu den Klängen der klassischen Musik durchzuführen. Die Reiter der Spanischen Hofreitschule trainieren mit den Pferden und geben ihre Künste in der Winterreitschule in der Hofburg in einem herrlichen Barocksaal zum Besten. Der Saal wurde von Josef Emanuel Fischer von Erlach zwischen 1729 und 1735 gebaut. Die prachtvollen Räume sind mit Kronleuchtern ausgestattet um die Leistung der Pferde im besten Licht darzustellen. Die Vorführung der klassischen Dressur ist seit 1920 für die Öffentlichkeit zugänglich.
Adresse:
Michaelerkuppel, 1010 Wien
Öffnungszeiten:
September bis Juni: 9.00 bis 17.30 Uhr
Juli und August: 9.00 bis 18.00 Uhr
